Erster Adventsonntag

1. Kl. – Farbe violett
Sta
tionskirche: Groß St. Marien (S. Maria Maggiore) in Rom

Der Doppelcharakter des Advents: Vorbereitung auf Weihnachten als das Fest der Erinnerung an die erste Ankunft des Heilands in seiner Geburt aus Maria und Vorbereitung auf seine zweite Ankunft zum Gerichte, kommt in der heutigen Meßliturgie klar zum Ausdruck. Wir wenden uns mit ganzem Herzen zu Gott (Intr., Offert.), sind bereit, die Werke der Finsternis abzulegen (Epistel) voll Vertrauen auf Gottes Gnadenbeistand (Grad.). So gehen wir ruhigen Herzens der Parusie entgegen, der Wiederkunft Christi zur Vollendung unsrer Erlösung (Evang.). Beim Opfergang bringen wir uns mit der Opfergesinnung Christi („ziehet an den Herrn Jesus Christus“ – Epistel) selbst als Opfer dar. Die Communio preist die göttliche Frucht, die das auserwählte Land, die allerseligste Jungfrau, in der hl. Weihnacht hervorgebracht hat und die auch uns in der hl. Kommunion geschenkt wird.

Introitus (Ps. 24, 1 – 3)

 

Ad te levavi animam meam: Deus meus, in te confido, non erubescam: neque irrideant me inimici mei: etenim universi, qui te exspectant, non confundentur. (Ps. ibid. 4) Vias tuas, Domine, demonstra mihi: et semitas tuas edoce me. V Gloria Patri, et Filio, et Spiritui Sancto. Sicut erat in principio, et nunc, et semper, et in sæcula sæculorum. Amen. -

Ad te levavi (usque ad Ps.)

 

Zu Dir erhebe ich meine Seele; mein Gott, auf Dich vertraue ich. Drob werd ich nicht erröten, noch sollen meine Feinde mich verlachen. Denn all die vielen, die auf Dich warten, werden nicht enttäuscht. (Ps. ebd. 4) Herr, zeige mir Deine Wege und lehr mich Deine Pfade. V Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste; wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. – Zu Dir erhebe ich (bis zum Ps.)

 

In dieser Weise wird der erste Teil des Introitus immer wiederholt.
Das Gloria wird in der Adventszeit nicht gebetet, außer an Heiligenfesten

Oratio

 

Excita, quæsumus, Domine, potentiam tuam, et veni: ut ab imminentibus peccatorum nostrorum periculis, te mereamur protegente eripi, te liberante salvari: Qui vivis et  regnas cum Deo Patre in unitate Spiritus Sancti Deus: per omnia sæcula sæculorum. R Amen.

 

Biete Deine Macht auf, o Herr, und komm, wir bitten Dich: dann werden wir aus den Gefahren, die wegen unserer Sünden uns drohen, durch Deinen Schutz entrissen und durch Deine Erlösungstat errettet: Der Du lebst und herrschest mit Gott dem Vater in der Einheit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. R Amen.

 

Epistola (Rom. 13, 11 – 14)

 

Lectio Epistolæ beati Pauli Apostoli ad Romanos. Fratres: Scientes, quia hora est jam nos de somno surgere. Nunc enim propior est nostra salus, quam cum credidimus. Nox præcessit, dies autem appropinquavit. Abjiciamus ergo opera tenebrarum, et induamur arma lucis. Sicut in die honeste ambulemus: non in comessationibus et ebrietatibus, non in cubilibus et impudicitiis, non in contentione et æmulatione: sed induimini Dominum Jesum Christum.

 

Brüder! Ihr wisset, die Stunde ist da, vom Schlafe aufzustehen; denn jetzt ist unser Heil näher als damals, da wir zum Glauben kamen. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag [Christi] bricht an: lasset uns also ablegen die Werke der Finsternis und anziehen die Waffen des Lichts. Wie am Tage lasset uns ehrbar wandeln: nicht in Schwelgereien und Trinkgelagen, nicht in Unzucht und Ausschweifung, nicht in Zank und Eifersucht. Vielmehr ziehet an den Herrn Jesus Christus.

 

Graduale (Ps. 24, 3 u 4)

 

Universi, qui te exspectant, non confundentur, Domine. V Vias tuas, Domine, notas fac mihi: et semitas tuas edoce me.
Alleluja, alleluja. V (Ps. 84, 8) Ostende nobis, Domine, misericordiam tuam: et salutare tuum da nobis. Alleluja.

 

Herr, all die vielen, die auf Dich warten, werden nicht enttäuscht. V Herr, tu mir Deine Wege kund und lehr mich Deine Pfade. Alleluja, alleluja. V (Ps. 84, 8) Erzeige uns, o Herr, Deine Barmherzigkeit, und schenke uns Dein Heil. Alleluja.

 

Wird die Sonntagsmesse während der Woche wiederholt, dann entfallen Alleluja mit Vers und das Credo.

Evangelium (Luk. 21, 25 – 33)

 

Sequentia sancti Evangelii secundum Lucam. In illo tempore: Dixit Jesus discipulis suis: Erunt signa in sole et luna et stellis, et in terris pressura gentium præ confusione sonitus maris et fluctuum: arescentibus hominibus præ timore et exspectatione, quæ supervenient universo orbi: nam virtutes cælorum movebuntur. Et tunc videbunt Filium hominis venientem in nube cum potestate magna et majestate. His autem fieri incipientibus, respicite et levate capita vestra: quoniam appropinquat redemptio vestra. Et dixit illis similitudinem: Videte ficulneam et omnes arbores: cum producunt jam ex se fructum, scitis, quoniam prope est æstas. Ita et vos, cum videritis hæc fieri, scitote, quoniam prope est regnum Dei. Amen, dico vobis, quia non præteribit generatio hæc, donec omnia fiant. Cælum et terra transibunt: verba autem mea non transibunt.

 

In jener Zeit sprach Jesus zu Seinen Jüngern: «Es werden Zeichen erscheinen an Sonne, Mond und Sternen, und auf Erden wird große Angst unter den Völkern sein wegen des ungestümen Rauschens des Meeres und der Fluten. Die Menschen werden verschmachten vor banger Erwartung der Dinge, die über den ganzen Erdkreis kommen werden; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann werden sie den Menschensohn auf den Wolken kommen sehen mit großer Macht und Herrlichkeit. Wenn nun das alles eintritt, dann schauet auf und erhebet eure Häupter; denn es naht eure Erlösung.» Er trug ihnen auch ein Gleichnis vor: «Betrachtet den Feigenbaum und alle andern Bäume. Setzen sie Frucht an, so wißt ihr: der Sommer ist nahe. So sollt auch ihr, wenn dies alles geschieht, erkennen, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, Ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis da alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen, aber Meine Worte werden nicht vergehen.»

 

Credo

 

Credo in unum Deum. Patrem omnipotentem, factorem cæli et terræ, visibilium omnium et invisibilium. Et in unum Dominum Jesum Christum, Filium Dei unigenitum. Et ex Patre natum ante omnia sæcula. Deum de Deo, lumen de lumine, Deum verum de Deo vero. Genitum, non factum, consubstantialem Patri: per quem omnia facta sunt. Qui propter nos homines et propter nostram salutem descendit de cælis. (Hic genuflectitur).

Et incarnatus est de Spiritu Sancto ex Maria Virgine: Et homo factus est. Crucifixus etiam pro nobis: sub Pontio Pilato passus et sepultus est. Et resurrexit tertia die, secundum Scripturas. Et ascendit in cælum: sedet ad dexteram Patris. Et iterum venturus est cum gloria judicare vivos et mortuos: cujus regni non erit finis. Et in Spiritum Sanctum Dominum et vivificantem: qui ex Patre Filioque procedit. Qui cum Patre et Filio simul adoratur et conglorificatur: qui locutus est per Prophetas. Et unam sanctam catholicam et apostolicam Ecclesiam. Confiteor unum baptisma in remissionem peccatorum. Et expecto resurrectionem mortuorum. Et vitam venturi sæculi. Amen.

 

Ich glaube an den einen Gott. Den allmächtigen Vater, Schöpfer des Himmels und der Erde, aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn. Er ist aus dem Vater geboren vor aller Zeit. Gott von Gott, Licht vom Lichte, wahrer Gott vom wahren Gott; Gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater; durch Ihn ist alles geschaffen. Für uns Menschen und um unsres Heiles willen ist Er vom Himmel herabgestiegen. (Hier knien alle nieder).

Er hat Fleisch angenommen durch den Hl. Geist aus Maria, der Jungfrau, und ist Mensch geworden. Gekreuzigt wurde Er sogar für uns; unter Pontius Pilatus hat Er den Tod erlitten und ist begraben worden. Er ist auferstanden am dritten Tage, gemäß der Schrift; Er ist aufgefahren in den Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters. Er wird wiederkommen in Herrlichkeit, Gericht zu halten über Lebende und Tote: und Seines Reiches wird kein Ende sein. Ich glaube an den Heiligen Geist, den Herrn und Lebensspender, der vom Vater und vom Sohne ausgeht. Er wird mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und verherrlicht; Er hat gesprochen durch die Propheten. Ich glaube an die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche. Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden. Ich erwarte die Auferstehung der Toten. Und das Leben der zukünftigen Welt. Amen.

 

Offertorium (Ps. 24, 1 – 3)

 

Ad te levavi animam meam: Deus meus, in te confido, non erubescam: neque irrideant me inimici mei: etenim universi, qui te exspectant, non confundentur.

 

Zu Dir erhebe ich meine Seele; mein Gott, auf Dich vertraue ich. Drob werd ich nicht erröten, noch sollen meine Feinde mich verlachen. Denn all die vielen, die auf Dich warten, werden nicht enttäuscht.

 

Secreta

 

Hæc sacra nos, Domine, potenti virtute mundatos ad suum faciant puriores venire principium. Per Dominum nostrum Jesum Christum, Filium tuum: Qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus: per omnia sæcula sæculorum. Amen.

 

Herr, mögen diese heiligen Gaben durch ihre mächtige Kraft uns läutern und so befähigen, ganz rein zu Dem zu gelangen, der ihr Urheber ist. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Præfatio (von der allerheiligsten Dreifaltigkeit)

Diese Præfatio wird an allen Sonntagen genommen, wenn die liturgischen Vorschriften nicht eine besondere Præfatio verlangen. An den übrigen Wochentagen aber, an denen die Sonntagsmesse wiederholt wird, betet man die gewöhnliche Præfatio. 

 

Vere dignum et justum est, æquum et salutare, nos tibi semper, et ubique gratias agere: Domine sancte, Pater omnipotens, æterne Deus. Qui cum unigenito Filio tuo et Spiritu Sancto unus es Deus, unus es Dominus: non in unius singularitate personæ, sed in unius Trinitate substantiæ. Quod enim de tua gloria, revelante te, credimus, hoc de Filio tuo, hoc de Spiritu Sancto, sine differentia discretionis sentimus. Ut in confessione veræ, sempiternæque Deitatis, et in personis proprietas, et in essentia unitas, et in majestate adoretur æqualitas. Quam laudant Angeli atque Archangeli, Cherubim quoque ac Seraphim: qui non cessant clamare quotidie, una voce dicentes:
Sanctus, Sanctus, Sanctus, Dominus Deus Sabaoth. Pleni sunt cæli et terra gloria tua. Hosanna in excelsis. Benedíctus, qui venit in nomine Domini. Hosanna in excelsis.

 

Es ist in Wahrheit würdig und recht, billig und heilsam, Dir immer und überall dankzusagen, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott. Mit Deinem eingeborenen Sohn und dem Hl. Geiste bist Du ein Gott, ein Herr: nicht als wärest Du nur eine Person, Du bist vielmehr in drei Personen ein Einziger. Was wir auf Deine Offenbarung hin von Deiner Herrlichkeit glauben, dasselbe glauben wir ohne irgendeinen Unterschied auch von Deinem Sohne, dasselbe vom Hl. Geiste. Und so beten wir beim Lobpreis des wahren und ewigen Gottes in den Personen die Verschiedenheit, in der Natur die Einheit, in der Majestät die Gleichheit an. Diese preisen die Engel und Erzengel, die Cherubim und Seraphim, die nicht aufhören, wie aus einem Munde Tag um Tag zu rufen:

Heilig, Heilig, Heilig, Herr, Gott der Heerscharen. Himmel und Erde sind erfüllt von Deiner Herrlichkeit. Hosanna in der Höhe!

Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe!

 

Communio (Ps. 84, 13)

 

Dominus dabit benignitatem, et terra nostra dabit fructum suum.

 

Der Herr gibt Seinen Segen, und unser Land bringt seine Frucht.

 

Postcommunio

 

Suscipiamus, Domine, misericordiam tuam in medio templi tui: ut reparationis nostræ ventura solemnia congruis honoribus præcedamus.

Per Dominum nostrum Jesum Christum, Filium tuum: Qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus: per omnia sæcula sæculorum. Amen.

 

Herr, mögen wir inmitten Deines Tempels Dein Erbarmen in uns aufnehmen, damit wir uns auf das kommende Fest unsrer Erlösung mit gebührender Ehrfurcht vorbereiten. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

An allen Heiligenfesten innerhalb der Adventszeit wird nach den Orationen des Festes das Gedächtnis des vorhergehenden Sonntags oder, wenn das Fest auf einen Quatembertag fällt, das des Quatembertags eingeschaltet. Trifft auf einen Wochentag kein Heiligenfest oder nur das Gedächtnis eines Heiligen, so nimmt man die Messe des vorhergehenden Sonntags (ohne den Allelujavers), an den Quatembertagen aber die betreffende Quatembermesse.