Samstag nach Aschermittwoch

Samstag nach Aschermittwoch

Stationskirche: früher St. Tryphon, seit dem Ende des 15. Jahrhunderts St. Augustin

3. Kl. – Farbe violett 

Noch im 8. Jahrhundert feierte man an diesem Tage in Rom keinen eigenen Stationsgottesdienst; dieser bürgerte sich erst im 9., vielleicht unter fränkischem Einfluß, ein. – Die Lesung knüpft an die gestrige an und belehrt uns darüber, wie unser Fasten durch Nächstenliebe gottwohlgefällig wird. Was das Evangelium erzählt, erneuert sich beim hl. Opfer: Christus steigt in das Schifflein unsrer Seele, um uns auf der mühsamen Fahrt durch die Stürme des Lebens zu helfen.

 

Introitus (Ps. 29, 11)

Audivit Dominus, et misertus est mihi: Dominus factus est adjutor meus. (Ps. ibid. 2) Exaltabo te, Domine, quoniam suscepisti me: nec delectasti inimicos meos super me. Gloria Patri.

Der Herr hat mich gehört und Sich meiner erbarmt; der Herr ward mein Helfer. (Ps. ebd. 2) Lobpreisen will ich Dich, o Herr; Du nahmst mich auf, Du ließest meine Feinde nicht triumphieren über mich. Ehre sei.

 

Oratio

Adesto, Domine, supplicationibus nostris: et concede; ut hoc solemne jejunium, quod animabus corporibusque curandis salubriter institutum est, devoto servitio celebremus. Per Dominum.

O Herr, sei unsrem Flehen hilfreich nahe und gib, daß wir dieses feierliche Fasten, das zur Gesundung von Seele und Leib heilsam eingesetzt ist, in treu ergebenem Dienste begehen. Durch unsern Herrn.

Lectio (Is. 58, 9-14)

Lectio Isaiæ Prophetæ. Hæc dicit Dominus Deus: Si abstuleris de medio tui catenam, et desieris extendere digitum, et loqui quod non prodest. Cum effuderis esurienti animam tuam, et animam afflictam repleveris, orietur in tenebris lux tua, et tenebræ tuæ erunt sicut meridies. Et requiem tibi dabit Dominus semper, et implebit splendoribus animam tuam, et ossa tua liberabit, et eris quasi hortus irriguus, et sicut fons aquarum, cujus non deficient aquæ. Et ædificabuntur in te deserta sæculorum: fundamenta generationis et generationis suscitabis: et vocaberis ædificator sepium, avertens semitas in quietem. Si averteris a sabbato pedem tuum, facere voluntatem tuam in die sancto meo, et vocaveris sabbatum delicatum, et sanctum Domini gloriosum, et glorificaveris eum, dum non facis vias tuas, et non invenitur voluntas tua, ut loquaris sermonem: tunc delectaberis super Domino: et sustollam te super altitudines terræ, et cibabo te hereditate Jacob, patris tui. Os enim Domini locutum est.

So spricht Gott, der Herr: “Wenn du die Fesseln (mit denen du andere fesselst) aus deiner Mitte entfernst und aufhörst, mit dem Finger zu zeigen und zu reden, was nicht frommt; wenn du mit dem Hungernden Mitleid hast und die Seele des Bekümmerten tröstest, dann wird dein Licht erglänzen in der Dunkelheit, und deine Finsternis wird sein wie Mittagshelle. Und der Herr wird dir Ruhe geben immerdar, mit Licht wird Er deine Seele erfüllen und dein Gebein kräftigen, und du wirst sein wie ein wasserreicher Garten, wie eine Quelle, deren Wasser nicht versiegt. Und durch dich werden aufgebaut die Ruinen der Vorzeit; Grundmauern für ganze Geschlechter wirst du legen; Erbauer der Umfriedung wirst du genannt werden, Wegbahner zum Frieden. – Wenn du wegen des Sabbates deinen Fuß zurückhälst und an Meinem heiligen Tage nicht tust, was dir beliebt; wenn du den Sabbat deine Wonne nennst, und ehrwürdig den dem Herrn geweihten Tag, und Ihm dadurch Ehre erweisest, daß du nicht deine [gewohnten] Wege gehest und deinem Eigenwillen nicht frönest zu törichtem Geschwätz: dann wirst du Freude haben am Herrn, und Ich will dich über die Höhen der Erde erheben und dich nähren mit dem Erbe Jakobs, deines Vaters.“ Führwahr, der Mund des Herrn hat also gesprochen.

 

Graduale (Ps. 26, 4)

Unam petii a Domino, hanc requiram, ut inhabitem in domo Domini. Ut videam voluptatem Domini, et protegar a templo sancto ejus.

Eines nur erbat ich mir vom Herrn, nur dies begehre ich: im Haus des Herrn zu weilen. Und daß ich schauen darf die Herrlichkeit des Herrn, und Schutz in Seinem heiligen Tempel finde.

 

Nach dem Graduale kein Tractus.

Evangelium (Marc. 6, 47-56)

Sequentia sancti Evangelii secundum Marcum. In illo tempore: Cum sero esset, erat navis in medio mari, et Jesus solus in terra. Et videns discipulos suos laborantes in remigando (erat enim ventus contrarius eis), et circa quartam vigiliam noctis venit ad eos ambulans supra mare: et volebat præterire eos. At illi, ut viderunt eum ambulantem supra mare, putaverunt phantasma esse, et exclamaverunt. Omnes enim viderunt eum, et conturbati sunt. Et statim locutus est cum eis, et dixit eis: Confidite, ego sum, nolite timere. Et ascendit ad illos in navim, et cessavit ventus. Et plus magis intra se stupebant: non enim intellexerunt de panibus: erat enim cor eorum obcæcatum. Et cum transfretassent, venerunt in terram Genesareth, et applicuerunt. Cumque egressi essent de navi, continuo cognoverunt eum: et percurrentes universam regionem illam, cœperunt in grabatis eos, qui se male habebant, circumferre ubi audiebant eum esse. Et quocumque introibat, in vicos vel in villas aut civitates, in plateis ponebant infirmos, et deprecabantur eum, ut vel fimbriam vestimenti ejus tangerent: et quotquot tangebant eum, salvi fiebant.

In jener Zeit befand sich das Schiff mitten auf dem See, als es schon Abend war; Jesus aber war allein am Lande. Und Er sah, wie die Jünger sich beim Rudern abmühten (sie hatten nämlich Gegenwind). Da kam Er um die vierte Nachwache zu ihnen, wandelnd auf dem See, und wollte an ihnen vorübergehen. Als sie Ihn auf dem See wandeln sahen, meinten sie, es sei ein Gespenst, und schrien; denn alle waren bei Seinem Anblick erschrocken. Er aber redete sie alsbald an und sprach zu ihnen: „Mut! Ich bin es; fürchtet euch nicht!“ Dann stieg Er zu ihnen in Schiff, und der Wind legte sich. Da gerieten sie noch mehr ins Staunen; sie waren nämlich bei der Brotvermehrung noch nicht zur Einsicht gelangt; denn ihr Herz war verblendet. – Dann fuhren sie hinüber und kamen in das Gebiet von Genesareth, wo sie landeten. Als sie aus dem Schiffe stiegen, erkannten Ihn die Leute sogleich. Sie liefen in der ganzen Gegend umher und fingen an, auf Tragbahren die Kranken herbeizubringen, wo sie von Seiner Anwesenheit hörten. Und so oft Er einen Flecken oder ein Dorf oder eine Stadt betrat, legten sie die Kranken auf die Gassen und baten Ihn, daß sie wenigstens den Saum Seines Kleides berühren dürften; und alle, die Ihn berührten, wurden gesund.

 

Offertorium (Ps. 118, 154 u. 125)

Domine, vivifica me secundum eloquium tuum: ut sciam testimonia tua.

O Herr, belebe mich nach Deinem Wort, auf daß ich Dein Gesetz verstehe.

 

Secreta

Suscipe, Domine, sacrificium, cujus te voluisti dignanter immolatione placari: præsta, quæsumus; ut, hujus operatione mundati, beneplacitum tibi nostræ mentis offeramus affectum. Per Dominum nostrum.

Nimm auf, o Herr, das Opfer; in Deiner Huld wolltest Du ja durch seine Darbringung Dich versöhnen lassen; so gewähre denn, wir bitten Dich, daß wir, durch seine Kraft gereinigt, eine Dir wohlgefällige Herzensgesinnung darbringen. Durch unsern Herrn.

Præfatio (von der Fastenzeit)

Vere dignum et justum est, æquum et salutare, nos tibi semper et ubique gratias agere: Domine sancte, Pater omnipotens, æterne Deus: Qui corporali jejunio vitia comprimis, mentem elevas, virtutem largiris et præmia: per Christum, Dominum nostrum. Per quem majestatem tuam laudant Angeli, adorant Dominationes, tremunt Potestates. Cæli cælorumque Virtutes ac beata Seraphim socia exsultatione concelebrant. Cum quibus et nostras voces ut admitti jubeas, deprecamur, supplici confessione dicentes:

Sanctus, Sanctus, Sanctus, Dominus Deus Sabaoth. Pleni sunt cæli et terra gloria tua. Hosanna in excelsis. Benedictus, qui venit in nomine Domini. Hosanna in excelsis.  

Es ist in Wahrheit würdig und recht, billig und heilsam, Dir immer und überall dankzusagen, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott. Durch das Fasten des Leibes unterdrückst Du die Sünde, erhebst Du den Geist, spendest Tugendkraft und Lohn: durch Christus, unsern Herrn. Durch Ihn loben die Engel Deine Majestät, die Herrschaften beten sie an, die Mächte verehren sie zitternd. Die Himmel und die himmlischen Kräfte und die seligen Seraphim feiern sie jubelnd im Chore. Mit ihnen laß, so flehen wir, auch uns einstimmen und voll Ehrfurcht bekennen:

Heilig, Heilig, Heilig, Herr, Gott der Heerscharen. Himmel und Erde sind erfüllt von Deiner Herrlichkeit. Hosanna in der Höhe! Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe!

 

Communio (Ps. 2, 11-12)

Servite Domino in timore, et exsultate ei cum tremore: apprehendite disciplinam, ne pereatis de via justa.

Dienet dem Herrn in Furcht und jauchzet Ihm zu mit Zittern. Zucht nehmet an, damit ihr nicht vom rechten Wege irrt und ins Verderben stürzt.

 

Postcommunio

Cælestis vitæ munere vegetati, quæsumus, Domine: ut, quod est nobis in præsenti vita mysterium, fiat æternitatis auxilium. Per Dominum nostrum.

Durch die Gabe himmlischen Lebens gestärkt, bitten wir, o Herr: das, was im gegenwärtigen Leben uns heiliges Geheimnis ist, möge uns Hilfe werden für die Ewigkeit. Durch unsern Herrn.

 

Oratio super populum

Oremus. Humiliate capita vestra Deo.

Fideles tui, Deus, per tua dona firmentur: ut eadem et percipiendo requirant, et quærendo sine fine percipiant. Per Dominum nostrum.

Lasset uns beten. Neiget in Demut euer Haupt vor Gott.

Gott, laß Deine Gläubigen durch Deine Gaben erstarken; ihr Genuß wecke neues Verlangen, und das Verlangen wirke ein Genießen ohne Ende. Durch unsern Herrn.