Sonntag Quinquagesima

Sonntag Quinquagesima

2. Kl. – Farbe violett

Stationskirche: St. Peter

Im Stundengebet des heutigen Sonntags sind wir Zeugen der heroischen Gehorsamstat des Abraham, der auf Gottes Befehl seine Heimat verläßt. Zur hl. Messe versammeln wir uns im Geiste beim hl. Petrus: auch der Apostelfürst hat alles für Christus und seine Interessen hingegeben. Mit ihm beten wir den Introitus. Mit Paulus singen wir aus ganzem Herzen und opferbereit den Hymnus der alles schenkenden Liebe (Epistel). In der Kraft, die wir uns durch die Feier der hl. Messe sichern, sind wir entschlossen, mit dem Heiland durch die Zeit des Leidens hindurchzugehen, in der hl. Fastenzeit der Welt und Sünde abzusterben, damit wir an Ostern zu neuem Leben auferstehen können (Evang.). Sind wir auch noch blind, wie der Blinde des Evangeliums, der Heiland kann uns heilen. In der hl. Kommunion sättigt er das Verlangen unsres Herzens (Comm.).

 

Introitus (Ps. 30, 3-4)

Esto mihi in Deum protectorem, et in locum refugii, ut salvum me facias: quoniam firmamentum meum et refugium meum es tu: et propter nomen tuum dux mihi eris, et enutries me. (Ps. ibid. 2) In te, Domine, speravi, non confundar in æternum: in justitia tua libera me et eripe me. Gloria Patri.

Sei Du mein Schützergott, mein Zufluchtsort, und rette mich. Denn Du bist ja mein Hort und meine Zuflucht. Um Deines Namens willen sei Du mir Führer und ernähre mich. (P. ebd. 2) Auf Dich, o Herr, vertraue ich; ich werde nicht enttäuscht in alle Ewigkeit; Du bist gerecht, darum befreie und errette mich. Ehre sei.

 

Oratio

Preces nostras, quæsumus, Domine, clementer exaudi: atque, a peccatorum vinculis absolutos, ab omni nos adversitate custodi. Per Dominum nostrum.

Wir bitten Dich, o Herr: erhöre gnädig unser Flehen; löse uns von den Banden der Sünde und behüte uns vor allem Unheil. Durch unsern Herrn.

 

Epistola (1 Cor. 13, 1-13)

Lectio Epistolæ beati Pauli Apostoli ad Corinthios. Fratres: Si linguis hominum loquar et Angelorum, caritatem autem non habeam, factus sum velut æs sonans aut cymbalum tinniens. Et si habuero prophetiam, et noverim mysteria omnia et omnem scientiam: et si habuero omnem fidem, ita ut montes transferam, caritatem autem non habuero, nihil sum. Et si distribuero in cibos pauperum omnes facultates meas, et si tradidero corpus meum, ita ut ardeam, caritatem autem non habuero, nihil mihi prodest. Caritas patiens est, benigna est: caritas non æmulatur, non agit perperam, non inflatur, non est ambitiosa, non quærit quæ sua sunt, non irritatur, non cogitat malum, non gaudet super iniquitate, congaudet autem veritati: omnia suffert, omnia credit, omnia sperat, omnia sustinet. Caritas numquam excidit: sive prophetiæ evacuabuntur, sive linguæ cessabunt, sive scientia destruetur. Ex parte enim cognoscimus, et ex parte prophetamus. Cum autem venerit quod perfectum est, evacuabitur quod ex parte est. Cum essem parvulus, loquebar ut parvulus, sapiebam ut parvulus, cogitabam ut parvulus. Quando autem factus sum vir, evacuavi quæ erant parvuli. Videmus nunc per speculum in ænigmate: tunc autem facie ad faciem. Nunc cognosco ex parte: tunc autem cognoscam, sicut et cognitus sum. Nunc autem manent fides, spes, caritas, tria hæc: major autem horum est caritas.

Brüder! Wenn ich die Sprache der Menschen und der Engel redete, hätte aber die Liebe (Gottes- und Nächstenliebe) nicht, so wäre ich ein tönendes Erz und eine klingende Schelle. Und wenn ich die Gabe der Weissagung hätte und alle Geheimnisse wüßte und alle Wissenschaft, und wenn ich eine Glaubenskraft hätte, daß ich Berge versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich meine ganze Habe zur Speisung der Armen austeilte und meinen Leib zum Verbrennen hingäbe, hätte aber die Liebe nicht, so nützte es mir nichts. – Die Liebe ist geduldig, ist gütig; die Liebe beneidet nicht, handelt nicht prahlerisch, bläht sich nicht auf, sie ist nicht ehrgeizig, nicht selbstsüchtig; sie läßt sich nicht erbittern, sie denkt nichts Arges; sie freut sicht nicht am Unrecht, sondern hat Freude an der Wahrheit; sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, duldet alles. – Die Liebe hört nie auf; Weissagungen, vergehen, Sprachen (die Sprachengabe) nehmen ein Ende, Wissenschaft hört auf. Denn Stückwerk ist unser Wissen und Stückwerk ist unser Weissagen. Kommt aber das Vollkommene (in der Anschauung Gottes), so hört das Stückwerk auf. Als ich noch ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, legte ich das Kindhafte ab. Jetzt sehen wir wie durch einen Spiegel (Die Geschöpfe spiegeln die Eigenschaften Gottes wider.), rätselhaft, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich nur stückweise; dann aber werde ich ganz erkennen, so wie ich selbst erkannt bin. Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei: am größten aber von ihnen ist die Liebe.

 

Graduale (Ps. 76, 15 u. 16)

Tu es Deus qui facis mirabilia solus. notam fecisti in gentibus virtutem tuam. Liberasti in brachio tuo populum tuum, filios Israel et Joseph.

Nur Du bist Gott, Dur nur wirkst Wunder; die Heiden ließest Du erkennen Deine Macht. Mit starkem Arm hast Du Dein Volk befreit, die Söhne Israels und Josephs.

 

Tractus (Ps. 99, 1-2)

Jubilate Deo, omnis terra: servite Domino in lætitia. Intrate in conspectu ejus in exsultatione: scitote, quod Dominus ipse est Deus. Ipse fecit nos, et non ipsi nos: nos autem populus ejus, et oves pascuæ ejus.

Jubelt Gott, ihr Lande all, dienet dem Herrn in Freuden. Tretet frohlockend vor Ihn hin; wißt: Er, der Herr, ist Gott. Und Er ist unser Schöpfer, nicht wir selber; wir sind Sein Volk, die Schäflein Seiner Weide.

 

Evangelium (Luc. 18, 31-43)

Sequentia sancti Evangelii secundum Lucam. In illo tempore: Assumpsit Jesus duodecim, et ait illis: Ecce, ascendimus Jerosolymam, et consummabuntur omnia, quæ scripta sunt per Prophetas de Filio hominis. Tradetur enim Gentibus, et illudetur, et flagellabitur, et conspuetur: et postquam flagellaverint, occident eum, et tertia die resurget. Et ipsi nihil horum intellexerunt, et erat verbum istud absconditum ab eis, et non intelligebant quæ dicebantur. Factum est autem, cum appropinquaret Jericho, cæcus quidam sedebat secus viam, mendicans. Et cum audiret turbam prætereuntem, interrogabat, quid hoc esset. Dixerunt autem ei, quod Jesus Nazarenus transiret. Et clamavit, dicens: Jesu, fili David, miserere mei. Et qui præibant, increpabant eum, ut taceret. Ipse vero multo magis clamabat: Fili David, miserere mei. Stans autem Jesus, jussit illum adduci ad se. Et cum appropinquasset, interrogavit illum, dicens: Quid tibi vis faciam? At ille dixit: Domine, ut videam. Et Jesus dixit illi: Respice, fides tua te salvum fecit. Et confestim vidit, et sequebatur illum, magnificans Deum. Et omnis plebs ut vidit, dedit laudem Deo.

In jener Zeit nahm Jesus die Zwölf beiseite und sprach zu ihnen: „Seht, wir ziehen hinauf nach Jerusalem: dort wird alles in Erfüllung gehen, was die Propheten über den Menschensohn geschrieben haben. Er wird den Heiden ausgeliefert, verspottet, mißhandelt und angespien werden; man wird Ihn geißeln und töten; aber am dritten Tage wird Er wieder auferstehen.“ Allein sie verstanden nichts davon; diese Rede war für sie dunkel, und sie begriffen nicht, was damit gemeint war. – Als Er Sich dann Jericho näherte, saß ein Blinder am Wege und bettelte. Als er das Volk (das nach Jerusalem pilgerte) vorbeiziehen hörte, fragte er, was das sei. Sie sagten ihm, Jesus von Nazareth gehe vorüber. Da rief er: „Jesus, Sohn Davids, erbarme Dich meiner!“ Die Vorausgehenden schalten ihn, er solle schweigen. Er aber schrie noch lauter: „Sohn Davids, erbarme Dich meiner!“ Da blieb Jesus stehen und ließ ihn zu Sich bringen. Als er herangekommen war, fragte Er ihn: „Was soll Ich dir tun?“ Er antwortete: „Herr, daß ich sehe!“ Jesus sprach zu ihm: „Sei sehend; dein Glaube hat dir geholfen.“ Sogleich sah er, pries Gott und folgte Ihm. Und alles Volk, das Zeuge davon war, lobte Gott. 

 

Offertorium (Ps. 118, 12-13)

Benedictus es, Domine, doce me justificationes tuas: in labiis meis pronuntiavi omnia judicia oris tui.

Gepriesen bist Du, Herr; lehre mich Deine Gebote. Mit meinen Lippen künd ich alle Lehren Deines Mundes.

 

Secreta

Hæc hostia, Domine, quæsumus, emundet nostra delicta: et, ad sacrificium celebrandum, subditorum tibi corpora mentesque sanctificet. Per Dominum nostrum.

Herr, wir bitten: diese Opfergabe tilge unsre Vergehen und heilige Leib und Seele Deiner Diener zur Feier des Opfers. Durch unsern Herrn.

Præfatio (von der allerheiligsten Dreifaltigkeit)

Vere dignum et justum est, æquum et salutare, nos tibi semper et ubique gratias agere: Domine sancte, Pater omnipotens, æterne Deus: Qui cum unigenito Filio tuo et Spiritu Sancto unus es Deus, unus es Dominus: non in unius singularitate personæ, sed in unius Trinitate substantiæ. Quod enim de tua gloria, revelante te, credimus, hoc de Filio tuo, hoc de Spiritu Sancto sine differentia discretionis sentimus. Ut in confessione veræ sempiternæque Deitatis, et in personis proprietas, et in essentia unitas, et in majestate adoretur æqualitas. Quam laudant Angeli atque Archangeli, Cherubim quoque ac Seraphim: qui non cessant clamare quotidie, una voce dicentes:

Sanctus, Sanctus, Sanctus, Dominus Deus Sabaoth. Pleni sunt cæli et terra gloria tua. Hosanna in excelsis. Benedictus, qui venit in nomine Domini. Hosanna in excelsis.  

Es ist in Wahrheit würdig und recht, billig und heilsam, Dir immer und überall dankzusagen, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott. Mit Deinem eingeborenen Sohne und dem Hl. Geiste bist Du ein Gott, ein Herr: nicht als wärest Du nur eine Person, Du bist vielmehr in drei Personen ein Einziger. Was wir auf Deine Offenbarung hin von Deiner Herrlichkeit glauben, dasselbe glauben wir ohne irgend einen Unterschied auch von Deinem Sohne, dasselbe vom Hl. Geiste. Und so beten wir beim Lobpreis des wahren und ewigen Gottes in den Personen die Verschiedenheit, in der Natur die Einheit, in der Majestät die Gleichheit an. Diese preisen die Engel und Erzengel, die Cherubim und Seraphim, die nicht aufhören, wie aus einem Munde Tag um Tag zu rufen.

Heilig, Heilig, Heilig, Herr, Gott der Heerscharen. Himmel und Erde sind erfüllt von Deiner Herrlichkeit. Hosanna in der Höhe! Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe!

 

Communio (Ps. 77, 29-30)

Manducaverunt, et saturati sunt nimis, et desiderium eorum attulit eis Dominus: non sunt fraudati a desiderio suo.

Sie aßen, bis sie ganz gesättigt waren. Der Herr erfüllte ihr Verlangen; sie wurden nicht getäuscht in ihrer Sehnsucht.

 

Postcommunio

Quæsumus, omnipotens Deus: ut, qui cælestia alimenta percepimus, per hæc contra omnia adversa muniamur. Per Dominum.

Wir bitten Dich, allmächtiger Gott: die Himmelsspeise, die wir empfangen haben, schütze uns gegen alles Unheil. Durch unsern Herrn.