Sonntag Septuagesima

Sonntag Septuagesima

2. Kl. – Farbe violett

Stationskirche: St. Laurentius vor den Mauern

Durch Kampf zum Sieg, durch Sterben zum Leben, zur Auferstehung, zur Verklärung: das sind die Gedanken der Vorfastenzeit. Eine lichtvolle Darstellung dieser Gedanken ist der hl. Laurentius, der Patron der Katechumenen in Rom und Patron der heutigen Stationskirche. Laurentius – in Todesnöten, auf dem glühenden Roste (Intr.), über ihm die Siegeskrone der Verklärung (vgl. den Introituspsalm) – ist ein Wegweiser für die Katechumenen und für uns. Mit ihm treten wir entschlossen und kampfbereit in die Rennbahn und eignen uns Pauli Geist und Grundsätze an (Epistel). Wir folgen dem Ruf des Hausvaters (Christi) in seinen Weinberg und sind bereit, seinen Willen zu tun (Evang.). Wir entsagen uns selbst und bringen uns in der Opfergabe dar. Gestützt auf die Kraft der Gnade Christi, die über uns im hl. Opfer und besonders in der hl. Kommunion verklärend aufleuchtet (Comm.), gehen wir neu gestärkt in den Kampf und die Mühsal unseres Christenberufes.

Wird in der Vorfastenzeit, von Septuagesima bis Aschermittwoch, die Sonntagsmesse während der Woche wiederholt, dann jeweils ohne den Traktus.

Das Gloria wird vom Sonntag Septuagesima bis Gründonnerstag nur an den Festen des Herrn und der Heiligen gebetet.

Introitus (Ps. 17, 5 6 u. 7)

Circumdederunt me gemitus mortis, dolores inferni circumdederunt me: et in tribulatione mea invocavi Dominum, et exaudivit de templo sancto suo vocem meam. (Ps. ib. 2-3) Diligam te, Domine, fortitudo mea: Dominus firmamentum meum, et refugium meum, et liberator meus. Gloria Patri.

Todesstöhnen hielt mich umfangen; der Unterwelt Qualen umschlossen mich. In meiner Not schrie ich zum Herrn, und Er erhörte meinen Ruf von Seinem heiligen Tempel aus. (Ps. ebd. 2-3) Dich lieb ich, Herr, o meine Stärke. Der Herr ist ja mein Fels, mein Hort und mein Befreier. Ehre sei.

Oratio

Preces populi tui, quæsumus, Domine, clementer exaudi: ut, qui juste pro peccatis nostris affligimur, pro tui nominis gloria misericorditer liberemur. Per Dominum nostrum.

Wir bitten Dich, o Herr: erhöre gnädig das Flehen Deines Volkes; wir werden ja mit Recht für unsre Sünden gezüchtigt; doch befreie uns in Deiner Barmherzigkeit um der Ehre Deines Namens willen. Durch unsern Herrn.

Epistola (I Cor. 9, 24-27; 10, 1-5)

Lectio Epistolæ beati Pauli Apostoli ad Corinthios. Fratres: Nescitis, quod ii, qui in stadio currunt, omnes quidem currunt, sed unus accipit bravium? Sic currite, ut comprehendatis. Omnis autem, qui in agone contendit, ab omnibus se abstinet: et illi quidem, ut corruptibilem coronam accipiant; nos autem incorruptam. Ego igitur sic curro, non quasi in incertum: sic pugno, non quasi aerem verberans: sed castigo corpus meum, et in servitutem redigo: ne forte, cum aliis prædicaverim, ipse reprobus efficiar. Nolo enim vos ignorare, fratres, quoniam patres nostri omnes sub nube fuerunt, et omnes mare transierunt, et omnes in Moyse baptizati sunt in nube et in mari: et omnes eandem escam spiritalem manducaverunt, et omnes eundem potum spiritalem biberunt (bibebant autem de spiritali, consequente eos, petra: petra autem erat Christus): sed non in pluribus eorum beneplacitum est Deo.

Brüder! Wißt ihr nicht, daß die Wettläufer in der Rennbahn zwar alle laufen, aber nur einer den Preis erlangt? Laufet so, daß ihr ihn erlanget! Jeder, der sich am Wettkampf beteiligt, übt in allem Enthaltsamkeit. Sie tun es, um einen vergänglichen, wir aber, um einen unvergänglichen Kranz zu empfangen. Ich laufe daher, aber nicht ins Ungewisse: ich kämpfe, aber nicht wie einer, der bloß Luftstreiche ausführt, sondern ich züchtige meinen Leib und bringe ihn in Dienstbarkeit, damit ich nicht selbst verworfen werde, nachdem ich andern gepredigt habe. – Brüder, ich will euch nicht in Unkenntnis darüber lassen, daß unsre Väter alle im Schutze der (Gnaden-) Wolke waren, und alle durch das Meer zogen, und alle unter Moses in der Wolke und im Meere getauft wurden (Das Rote Meer, das sie durchschritten, war ein Bild des Taufwasserss), und daß alle dieselbe geistige Speise aßen und denselben geistigen Trank schlürften (sie tranken nämlich aus dem geistigen Felsen, der ihnen folgte, der Fels aber war Christus): und doch hatte Gott an den meisten von ihnen kein Wohlgefallen.

Graduale (Ps. 9, 10-11 u. 19-20))

Adjutor in opportunitatibus, in tribulatione: sperent in te, qui noverunt te: quoniam non derelinquis quærentes te, Domine. Quoniam non in finem oblivio erit pauperis: patientia pauperum non peribit in æternum: exsurge, Domine, non prævaleat homo.

Du bist zur rechten Zeit der Helfer in der Not. Drum mögen auf Dich hoffen, die Dich kennen; denn Du, o Herr, verlässest keinen, der Dich sucht. Denn nicht auf immer wird vergessen sein der Arme; des Armen Leiden gehen nicht verloren für die Ewigkeit. Steh auf, o Herr, nicht soll der Mensch obsiegen.

Tractus (Ps. 129, 1-4)

De profundis clamavi ad te, Domine: Domine, exaudi vocem meam. Fiant aures tuæ intendentes in orationem servi tui. Si iniquitates observaveris, Domine: Domine, quis sustinebit? Quia apud te propitiatio est, et propter legem tuam sustinui te, Domine.

Aus Tiefen schrei ich, Herr, zu Dir: o Herr, erhör mein Rufen. Schenk doch Gehör dem Beten Deines Knechtes. Wenn Du die Sünden nicht vergessen könntest, Herr, - Herr, wer noch könnte dann bestehen? Doch Du gewährst Begnadigung; und Dein Gesetz, o Herr, gibt mir Vertrauen.

 

Evangelium (Matth. 20, 1-16)

Sequentia sancti Evangelii secundum Matthæum. In illo tempore: Dixit Jesus discipulis suis parabolam hanc: Simile est regnum cælorum homini patrifamilias, qui exiit primo mane conducere operarios in vineam suam. Conventione autem facta cum operariis ex denario diurno, misit eos in vineam suam. Et egressus circa horam tertiam, vidit alios stantes in foro otiosos, et dixit illis: Ite et vos in vineam meam, et quod justum fuerit, dabo vobis. Illi autem abierunt. Iterum autem exiit circa sextam et nonam horam: et fecit similiter. Circa undecimam vero exiit, et invenit alios stantes, et dicit illis: Quid hic statis tota die otiosi? Dicunt ei: Quia nemo nos conduxit. Dicit illis: Ite et vos in vineam meam. Cum sero autem factum esset, dicit dominus vineæ procuratori suo: Voca operarios, et redde illis mercedem, incipiens a novissimis usque ad primos. Cum venissent ergo qui circa undecimam horam venerant, acceperunt singulos denarios. Venientes autem et primi, arbitrati sunt, quod plus essent accepturi: acceperunt autem et ipsi singulos denarios. Et accipientes murmurabant adversus patremfamilias, dicentes: Hi novissimi una hora fecerunt et pares illos nobis fecisti, qui portavimus pondus diei et æstus. At ille respondens uni eorum, dixit: Amice, non facio tibi injuriam: nonne ex denario convenisti mecum? Tolle quod tuum est, et vade: volo autem et huic novissimo dare sicut et tibi. Aut non licet mihi, quod volo, facere? an oculus tuus nequam est, quia ego bonus sum? Sic erunt novissimi primi, et primi novissimi. Mult enim sunt vocati, pauci vero electi.

In jener Zeit trug Jesus Seinen Jüngern dieses Gleichnis vor: Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am frühen Morgen ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg zu dingen. Er vereinbarte mit den Arbeitern als Lohn einen Denar für den Tag und sandte sie in seinen Weinberg. Um die dritte Stunde ging er wieder aus, sah andere müßig auf dem Markte stehen und sprach zu ihnen: „Geht auch ihr in meinen Weinberg; ich werde euch geben, was recht ist.“ Sie gingen. Abermals ging er um die sechste und neunte Stunde aus und machte es ebenso. Als er um die elfte Stunde ausging, fand er wieder andere dastehen und sprach zu ihnen: „Warum steht ihr hier den ganzen Tag müßig?“ Sie antworteten ihm: „Weil uns niemand gedungen hat.“ Da sprach er zu ihnen: „Geht auch ihr in meinen Weinberg.“ – Als es Abend geworden war, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: „Rufe die Arbeiter und gib ihnen den Lohn, von den Letzten angefangen bis zu den Ersten.“ Es kamen also die, welche um die elfte Stunde gekommen waren, und erhielten je einen Denar. Als nun die Ersten an die Reihe kamen, hofften sie mehr zu erhalten; aber auch sie erhielten je einen Denar. Da sie ihn empfingen, murrten sie wider den Hausvater und sprachen: „Diese Letzten da haben nur eine Stunde gearbeitet, und du stellst sie uns gleich, die wir doch die Last und Hitze des Tages getragen haben.“ Er aber erwiderte einem von ihnen: „Freund, ich tu dir kein Unrecht. Haben wir nicht einen Denar als Lohn vereinbart? Nimm also, was dein ist, und geh; ich will aber auch diesem Letzten geben wie dir. Oder darf ich nicht tun, was ich will? Oder ist dein Auge neidisch, weil ich gut bin?“ So werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten; denn viele sind berufen, wenige aber auserwählt. – Credo.

Offertorium (Ps. 91, 2)

Bonum erst confiteri Domino, et psallere nomini tuo, Altissime.

Gut ist’s, den Herrn zu preisen und Deines Namens Lob zu singen, Allerhöchster.

Secreta

Muneribus nostris, quæsumus, Domine, precibusque susceptis: et cælestibus nos munda mysteriis, et clementer exaudi. Per Dominum.

Wir bitten Dich, o Herr: nimm unsre Gaben und Gebete an; mache uns rein durch die himmlischen Geheimnisse und erhöre uns gnädig. Durch unsern Herrn.

Præfatio (von der allerheiligsten Dreifaltigkeit)

Vere dignum et justum est, æquum et salutare, nos tibi semper et ubique gratias agere: Domine sancte, Pater omnipotens, æterne Deus: Qui cum unigenito Filio tuo et Spiritu Sancto unus es Deus, unus es Dominus: non in unius singularitate personæ, sed in unius Trinitate substantiæ. Quod enim de tua gloria, revelante te, credimus, hoc de Filio tuo, hoc de Spiritu Sancto sine differentia discretionis sentimus. Ut in confessione veræ sempiternæque Deitatis, et in personis proprietas, et in essentia unitas, et in majestate adoretur æqualitas. Quam laudant Angeli atque Archangeli, Cherubim quoque ac Seraphim: qui non cessant clamare quotidie, una voce dicentes:

Sanctus, Sanctus, Sanctus, Dominus Deus Sabaoth. Pleni sunt cæli et terra gloria tua. Hosanna in excelsis. Benedictus, qui venit in nomine Domini. Hosanna in excelsis.

Es ist in Wahrheit würdig und recht, billig und heilsam, Dir immer und überall dankzusagen, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott. Mit Deinem eingeborenen Sohne und dem Hl. Geiste bist Du ein Gott, ein Herr: nicht als wärest Du nur eine Person, Du bist vielmehr in drei Personen ein Einziger. Was wir auf Deine Offenbarung hin von Deiner Herrlichkeit glauben, dasselbe glauben wir ohne irgend einen Unterschied auch von Deinem Sohne, dasselbe vom Hl. Geiste. Und so beten wir beim Lobpreis des wahren und ewigen Gottes in den Personen die Verschiedenheit, in der Natur die Einheit, in der Majestät die Gleichheit an. Diese preisen die Engel und Erzengel, die Cherubim und Seraphim, die nicht aufhören, wie aus einem Munde Tag um Tag zu rufen.

Heilig, Heilig, Heilig, Herr, Gott der Heerscharen. Himmel und Erde sind erfüllt von Deiner Herrlichkeit. Hosanna in der Höhe! Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe!

Communio (Ps. 30, 17-18)

Illumina faciem tuam super servum tuum, et salvum me fac in tua misericordia: Domine, non confundar, quoniam invocavi te.

Laß leuchten Dein Antlitz über Deinem Knechte; in Deiner Barmherzigkeit errette mich. Herr, laß mich nicht zuschanden werden; ich ruf zu Dir.

Postcommunio

Fideles tui, Deus, per tua dona firmentur: ut eadem et percipiendo requirant, et quærendo sine fine percipiant. Per Dominum nostrum.

Gott, laß Deine Gläubigen durch Deine Gaben erstarken; ihr Genuß wecke neues Verlagen, und das Verlangen wirke ein Genießen ohne Ende. Durch unsern Herrn.