Einführung in die Heiligenmessen

Das Commune Sanctorum, das ist das Gemeinsame der Heiligenfeste, enthält Meßformulare für die verschiedenen liturgischen Klassen der Heiligen: für die Martyrer, Bischöfe, Bekenner, Jungfrauen und Frauen. Denn viele Heiligenfeste haben kein eigenes Meßformular, sondern setzen sich zusammen aus Teilen des Commune und aus eigenen Teilen, die im Proprium Sanctorum stehen. Die Apostelfeste haben eigene Messen; doch ist die Vigilmesse meist für alle gleich, weshalb im Commune eine eigene Vigilmesse steht.

Im Commune Sanctorum treten zwei Klassen von Heiligen besonders hervor, die Martyrer und die Jungfrauen.

Die Märtyrer sind die siegreichen Kämpfer und Helden der Kirche. In der Glut innigster Liebe zu Christus sind sie dem Gekreuzigten und Auferstandenen in besonderer Weise ähnlich geworden. Darum haben die Martyrer in der Osterzeit besondere Messen. Als das blutige Martyrium in der Kirche seltener wurde, baute man den Gedanken des unblutigen Martyriums aus, das in den Bekennern verkörpert ist (Bischöfe, Kirchenlehrer, Äbte bzw. Priester und Ordensmänner). Die Jungfrauen, die sich liebend Christus vermählen, stellen das innere Wesen und die Heiligkeit der jungfräulichen, bräutlich mit Christus verbundenen Kirche dar; sie sind ihr daher besonders teuer, vor allem, wenn zur Jungfräulichkeit die Krone des Martyriums hinzukommt. Die Liturgie feiert aber auch die Jungfrau, die nicht Martyrin ist, unter ihnen vorzüglich die jungfräuliche Gottesmutter, ebenso die Witwe bzw. die Frau, auch wenn sie nicht Martyrin ist. Wenn die heilige Liturgie neben die leuchtenden Gestalten einzelner Heiligen in den gemeinschaftlichen Messen eine Reihe von Typen von Heiligen aufstellt, so legt sie uns in ihnen das reine, ungetrübte Ideal der christlichen Heiligkeit vor und beleuchtet es mit Worten und Texten der Hl. Schrift. Darin liegt der große Wert und die große Bedeutung der gemeinschaftlichen Messen. Wo die christliche Frömmigkeit sich an diesen Vorbildern des christlichen Lebens Richtung und Stärkung holt, da geht sie auf das Bleibende, auf das Wesentliche; sie verliert sich nicht in das Zufällige, Einzelpersönliche und Trennende; sie bleibt gesund, einfach und wird in der liturgischen Feier der Martyrer und Jungfrauen immer tiefer in Christus und die Kirche hineingezogen.

Für die meisten Heiligengruppen stehen im Commune zwei oder drei Messen. Ist im Proprium Sanctorum für ein Heiligenfest keine eigene Messe, auch keine eigene Lesung und kein eigenes Evangelium angegeben, sondern nur eine Messe aus dem Commune, so dürfen die Lesungen und Evangelien auch aus den andern Messen derselben Heiligengruppe genommen werden, wie auch die Lesungen und Evangelien, die am Schlusse einer Heiligengruppe zur Auswahl angeführt sind.

Während der österlichen Zeit (bis zum Samstag vor dem Dreifaltigkeitsfest einschließlich) werden in den Commune-Messen für Bekennerbischöfe, Bekenner, Kirchenlehrer, Äbte, Jungfrauen und Frauen, in den Messen der allerseligsten Jungfrau und der Kirchweihe sowie in allen Votivmessen dem Introitus vor dem Vers zwei Alleluja (auch bei der Wiederholung), dem Offertorium und der Communio ein Alleluja hinzugefügt; statt des Graduale werden zwei Allelujaverse gebetet.