25. Dezember In Nativitate Domini

Die heilige Weihnachtszeit

Mit dem hl. Advent als erwartungsvoller Vorfeier begann der Weihnachtskreis des Kirchenjahres. Den beherrschenden Mittelpunkt dieses hl. Kreises bildet das Hochfest der Geburt unsres Herrn. Dieses Fest eröffnet die Weihnachtszeit im engern, näheren Sinne. Schon nach zwölf Tagen („Heilige Zwölf“) bringt sie ein zweites Hochfest: das Fest der „Erscheinung des Herrn“ (Epiphanie). Auf die Feier dieses Festes folgt die Reihe der Sonntage nach Erscheinung. Sie bilden den letzten, absteigenden Abschnitt des weihnachtlichen Zeitraumes; ihre Zahl wechselt von Jahr zu Jahr mit dem beweglichen Osterdatum und schwankt zwischen drei und sechs Sonntagen. Das letzte Fest des weihnachtlichen Festkreises ist Lichtmeß. Es beschließt diesen Kreis endgültig in allen den Jahren, in denen der Septuagesima-Sonntag vor Lichtmeß fällt; wird hingegen Septuagesima nach Lichtmeß gefeiert, so erlöschen die letzten Strahlen der freudehellen Weihnachtszeit erst am Samstag vor Septuagesima, an dem auch das frohe Alleluja verstummt.

Die große Heilstatsache, die den Gegenstand des hl. Weihnachtsfestes bildet, ist die Geburt des menschgewordenen Sohnes Gottes aus der jungfräulichen Mutter im Stalle von Bethlehem. Obwohl er wahrer Gott war, ist und blieb, hat er sich doch selbst entäußert und Knechtsgestalt angenommen. Als Gottmensch zieht er in seiner menschlichen Natur das ganze menschliche Geschlecht an sich und macht es zu seinem mystischen Leibe, teilt ihm seine Würde (Gotteskindschaft), sein Leiben (heiligmachende Gnade) sowie seine Berufung zur Gottesverherrlichung und zum seligen Besitze Gottes im Himmel mit. Alle Gnaden und alles Heil, das wir im gegenwärtigen Leben erhalten und im zukünftigen Leben erhoffen, gründen in der Menschwerdung und in der Geburt des Sohnes Gottes: im Weihnachtsgeheimnis.
Weihnachten ist das Fest der Liebe und der erbarmenden Herablassung Gottes zu uns. „So sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn dahingab“ (Joh. 3, 16). Deshalb ruft uns Weihnachten zum innigsten Dank gegen Gott auf, zur vollen Gegenliebe, zur ungeteilten Hingabe an den menschgewordenen Gott, zum unerschütterlichen Vertrauen und zu treuer Nachahmung.

Mit der dogmatischen und aszetischen Beziehung des hl. Weihnachtsfestes verbindet die hl. Liturgie noch einen weiteren Gedanken: sie erkennt in dem auf Erden sichtbar erschienenen Gottessohn vor allem den König und Herrscher, der in dem Gottesreich auf Erden, in der Kirche und in der Einzelseele, seinen Thron aufschlägt, um dann in der zweiten Ankunft vollkommen von ihm Besitz zu ergreifen und das irdische Gottesreich in das himmlische, ewig selige Gottesreich übergehen zu lassen. Das schwache Kind der Krippe wird in der Liturgie der hl. Weihnachtszeit mit unverkennbarem Nachdruck im Lichte der Herrlichkeit des Gottkönigs geschaut, der im Himmel zur Rechten des Vaters thront und sich rüstet, wenn seine Stunde gekommen, herniederzusteigen und seine Braut, die in der hl. Kirche gereinigte und geheiligte Menschheit, zur ewigen Gottschau (Epiphanie, Theophanie) und Gottvermählung heimzuholen. Weihnachten weist also über sich hinaus und ist selber wieder ein „Advent“, die Erwartung eines noch Größeren.

Neben dem göttlichen Sohne erscheint in der Weihnachtszeit, ähnlich wie im Advent, seine jungfräuliche, unversehrte Mutter Maria: als Gottesgebärerin in der Grotte von Bethlehem (Weihnachtsfest), als Mutter des Königs an Epiphanie, als Fürbitterin und Mittlerin auf der Hochzeit zu Kana (2. Sonntag nach Erscheinung), als starkmütige Mutter, die ihr Liebstes zum Opfer bringt (Lichtmeß). Der Liturgie ist Maria zugleich ein Bild der Kirche und der einzelnen Seele, die Christus in Liebe und Teilnahme begleitet und nach seiner Wiederkunft ausschaut.

Neben Maria erscheinen in mannigfachem Einzelfesten auch zahlreiche Heiligengestalten. Sie sind Zeugen und Frucht der ersten Ankunft Christi, wie auch Zeugen der in ihnen vollendeten Erlösung; für uns sind sie Lehrmeister, wie wir uns auf die Ankunft Christi bereiten sollen.

Die Hauptabschnitte dieser Zeit spiegeln sich auch im Wechsel der liturgischen Farben wieder. Die Farbe der eigentlichen Weihnachtsfeste und Weihnachtstage wie der Epipahnie ist das lichte Weiß. Nach der Feier des Erscheinungsfestes tritt die Farbe des neuen Lebens und Hoffens auf: das Grün. Es führt zugleich vermittelnd zum Violett der Septuagesima hinüber.

Der älteste Kern unsres Weihnachtsfestkreises ist das Hochfestpaar der Geburt und der Erscheinung des Herrn. Mit dem letzteren Fest, am 6. Januar, reichen die Ansätze dieses Kreises sicher bis ins 3. Jahrhundert hinauf.

 

In Nativitate Domini

(Das hohe Weihnachtsfest)

1. Kl. mit Oktav 2. Kl.

Farbe weiß

 

Nach vier Wochen Vorbereitung, die uns die Jahrhunderte und Jahrtausende des Harrens auf den Welterlöser lebendig vor die Seele führten, sind wir am 25. Dezember angelangt. Die Wahl dieses Tages, dem alljährlich die Ehre vorbehalten ist, die Geburt Christi zu feiern, ist nicht ohne Bedeutung. Wie die von diesem Tage an bei uns wachsende Sonne die Herrschaft der Nacht mehr und mehr zurückdrängt, so mußte und muß vor Christus, der wahren Sonne, die Sündennacht abnehmen und schwinden.

In der liturgischen Feier der hl. Messe geschieht etwas Ähnliches wie damals in Bethlehem: wie Christus, der allbeherrschende König, einst als liebenswürdiges Kind aus der heiligsten Jungfrau geboren wurde, so kleidet er sich jetzt in das Lichtgewand der hl. Eucharistie und erscheint in unserer Mitte, um in uns wiedergeboren zu werden. Unser Bethlehem ist der Altar, auf dem Christus in der hl. Messe gegenwärtig wird. Unser Bethlehem ist unsre Seele, in die Christus in der hl. Kommunion herniedersteigt. Hier will er, abseits vom Lärm und dem eitlen Treiben der Welt, in Stille und Verborgenheit „Gestalt annehmen“ (Gal. 4, 19); er will unsrer Seele seine Züge einprägen, seine Art in ihr ausbilden.

Zur Geschichte des Weihnachtsfestes. Das Weihnachtsfest knüpft nicht wie Ostern und Pfingsten an jüdische Vorbilder an, sondern hat ganz christlichen Ursprung. Weder die Hl. Schrift noch die kirchliche Überlieferung geben uns genaue Kunde von dem Tage der Geburt Christi. Wohl vom 3. Jahrhundert ab wurde das Andenken an dieses Ereignis an einigen Orten, besonders im Morgenland, am 6. Januar gefeiert. Im Festkalender der römischen Mutterkirche dagegen erscheint bald nach dem Frieden der Kirche (313) unter Konstantin d. Gr. am 25. Dezember ein selbständiges Fest der Geburt unsres Herrn. Dieser Tag war in der römischen, heidnischen Religion jener Zeit der Festfeier der „unbesiegten Sonnengottheit“ (Sol invictus) geweiht. Die christlich-römische Weihnacht trat zu dieser in Gegensatz. Sie galt der uns aufgehenden wahren, göttlichen „Sonne der Gerechtigkeit“, Christus, dem erschienenen Sieger über die finstere Macht und Nacht der Sünde und des Todes. Um das Jahr 400 hatte dieses Fest der römischen Kirche auch im Morgenlande Aufnahme und Verbreitung gefunden. Der Brauch, am hl. Weihnachtsfeste dreimal das hl. Opfer zu feiern, ist für die Gottesdienstordnung Roms bereits von Gregor d. Gr. († 604) bezeugt.

Erste Messe

Während der Nacht – Missa in nocte – Engelamt

Stationskirche: Groß St. Marien bei der Krippe

 

Im Geiste versammeln wir uns in Groß St. Marien, dem stadtrömischen Krippenheiligtum und Bethlehem. Ringsum ist Nacht: ein Bild der Welt der Sünde und Gottferne. Da steigt aus dem Lichtschoß des ewigen Vaters (Intr.) der Sohn hernieder, Licht vom Lichte, und leuchtet auf in der Finsternis (Oratio). Wir lieben das Licht und fliehen die  Sünde und Gottlosigkeit (Epistel). Im Evangelium wird uns die Frohbotschaft durch die Engel verkündet: „Heute ist euch der Heiland geboren“. Bei der Opferung tragen wir freudig unsre Gaben und damit unser ganzes Ich zum Altar; denn bald „kommt er“ (Offert.). Im Lichtglanz des Heiligtums (Grad.) wird er im hl. Opfer gegenwärtig und geht in der hl. Kommunion, stets neues Leben spendend, in unsre Seelen ein.

 

Introitus (Ps. 2, 7)

Dominus dixit ad me: Filius meus es tu, ego hodie genui te. (Ps. ibid. I) Quare fremuerunt gentes: et populi meditati sunt inania? V Gloria Patri, et Filio, et Spiritui sancto. Sicut erat in principio, et nunc, et semper: et in sæcula sæculorum. Amen

Der Herr spricht zu Mir: “Mein Sohn bist Du, heute habe Ich Dich gezeugt“. (Ps. ebd. I) Warum toben die Heiden und planen Torheit die Völker?

V Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen

Das Gloria in excelsis hat heute einen besonders festlichen Klang. Es ist eigentlich ein Weihnachtslied und wurde darum ursprünglich in Rom nur an Weihnachten gesungen.

 

Oratio

Deus, qui hanc sacratissimam noctem veri luminis fecisti illustratione clarescere: da, quæsumus; ut, cujus lucis mysteria in terra cognovimus, ejus quoque gaudiis in cælo perfruamur: Qui tecum vivit et  regnat in unitate Spiritus Sancti, Deus, per omnia sæcula sæculorum. Amen

Gott, Du hast diese hochheilige Nacht durch den Aufgang des wahren Lichtes taghell gemacht; so laß uns, wir bitten Dich, auch im Himmel die Wonnen jenes Lichtes kosten, dessen Geheimnisse wir auf Erden erkannt haben, Deines Sohnes, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.

 

Epistola (Tit. 2, 11 – 15)

Lectio Epistolæ beati Pauli Apostoli ad Titum. Carissime: Apparuit gratia Dei Salvatoris nostri omnibus hominibus, erudiens nos, ut, abnegantes impietatem et sæcularia desideria, sobrie et juste et pie vivamus in hoc sæculo, exspectantes beatam spem et adventum gloriæ magni Dei et Salvatoris nostri Jesu Christi: qui dedit semetipsum pro nobis: ut nos redimeret ab omni iniquitate, et mundaret sibi populum acceptabilem, sectatorem bonorum operum. Hæc loquere et exhortare: in Christo Jesu, Domino nostro.

Geliebter! Erschienen ist allen Menschen die Gnade Gottes, unsres Erlösers. Sie lehrt uns, der Gottlosigkeit und den weltlichen Gelüsten zu entsagen, und sittsam, gerecht und fromm in dieser Welt zu leben. Unterdessen harren wir in seliger Hoffnung auf die Erscheinung [beim Jüngsten Gericht] der Herrlichkeit des großen Gottes, unsres Heilandes Jesus Christus, der Sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Ungerechtigkeit zu erlösen und zu einem Volke zu reinigen, das Ihm wohlgefällig ist und eifrig in guten Werken. So rede und ermahne in Christus Jesus, unsrem Herrn.

 

Graduale (Ps. 109, 3 u. 1)

Tecum principium in die virtutis tuæ: in splendoribus Sanctorum, ex utero ante luciferum genui te. V Dixit Dominus Domino meo: Sede a dextris meis: donec ponam inimicos tuos, scabellum pedum tuorum.

Alleluja, alleluja. V (Ps. 2, 7) Dominus dixit ad me: Filius meus es tu, ego hodie genui te. Alleluja.

Dein ist die Herrschermacht am Tage Deiner Kraft: umstrahlt von Heiligkeit hab Ich aus Meinem Schoße Dich gezeugt noch vor dem Morgenstern. V Der Herr sprach zu Meinem Herrn: Setz Dich zu Meiner Rechten, bis Ich die Feinde Dir zum Schemel hingelegt für Deinen Fuß.

Alleluja, alleluja. V (Ps. 2, 7) Der Herr spricht zu Mir: “Mein Sohn bist Du, heute habe ich Dich gezeugt“.  Alleluja.

 

Evangelium (Luc. 2, 1 – 14)

Sequentia sancti Evangelii secundum Lucam. In illo tempore: Exiit edictum a Cæsare Augusto, ut describeretur universus orbis. Hæc descriptio prima facta est a præside Syriæ Cyrino: et ibant omnes ut profiterentur singuli in suam civitatem. Ascendit autem et Joseph a Galilæa de civitate Nazareth, in Judæam in civitatem David, quæ vocatur Bethlehem: eo quod esset de domo et familia David, ut profiteretur cum Maria desponsata sibi uxore prægnante. Factum est autem, cum essent ibi, impleti sunt dies, ut pareret. Et peperit filium suum primogenitum, et  panniseum involvit, et reclinavit eum in præsepio: quia non erat eis locus in diversorio. Et pastores erant in regione eadem vigilantes, et custodientes vigilias noctis super gregem suum. Et ecce, Angelus Domini stetit juxta illos, et claritas Dei circumfulsit illos, et timuerunt timore magno. Et dixit illis Angelus: Nolite timere: ecce enim, evangelizo vobis gaudium magnum, quod erit omni populo: quia natus est vobis hodie Salvator, qui est Christus Dominus, in civitate David. Et hoc vobis signum: Invenietis infantem pannis involutum, et positum  in præsepio. Et subito facta est cum Angelo multitudo militiæ cælestis, laudantium Deum et dicentium: Gloria in altissimis Deo, et in terra pax hominibus bonæ voluntatis.

In jener Zeit erging vom Kaiser Augustus der Befehl, das ganze Reich aufzuzeichnen. Es war das die erste Aufzeichnung [Volkszählung], die unter Cyrinus, dem Statthalter von Syrien, stattfand. Alle gingen hin, sich aufschreiben zu lassen, ein jeder in seine Vaterstadt. Auch Joseph begab sich von Nazareth in Galiläa nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt - denn er war aus dem Hause und Geschlechte Davids -, um sich mit Maria, seinem Weibe, die empfangen hatte, aufschreiben zu lassen. Als sie aber dort waren, kam für sie die Zeit der Geburt, und sie gebar ihren erstgebornen Sohn, wickelte Ihn in Windeln und legte Ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. In jener Gegend aber waren Hirten auf dem Felde und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da stand plötzlich ein Engel des Herrn vor ihnen, und die Herrlichkeit Gottes umstrahlte sie, und sie fürchteten sich sehr. Der Engel aber sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht. Denn seht, ich verkünde euch eine große Freude, die allem Volke zuteil wird: Heute ist euch in der Stadt Davids der Heiland geboren worden, Christus, der Herr. Und dies soll euch zum Zeichen sein: Ihr werdet ein Kind finden, das in Windeln gewickelt ist und in einer Krippe liegt.“ Und plötzlich war bei dem Engel eine große himmlische Heerschar, die Gott lobte und sang: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind.“ - Credo

Beim Credo wirft sich heute im feierlichen Hochamt der Priester und mit ihm das gläubige Volk auf die Kniee nieder zu den Worten: Et incarnatus est; alle beten voll Ehrfurcht Gottes Sohn an, der sich aus Liebe zu uns seiner Herrlichkeit entäußert hat.

 

Offertorium (Ps. 95, 11 u. 13)

Lætentur cæli, et exsultet terra ante faciem Domini: quoniam venit.

Freuen soll sich der Himmel und jauchzen soll die Erde vor dem Angesichte des Herrn: denn jetzt ist Er da.

 

Secreta

Accepta tibi sit, Domine, quæsumus, hodiernæ festivitatis oblatio: ut, tua gratia largiente, per hæc sacrosancta commercia, in illius inveniamur forma, in quo tecum est nostra substantia: Qui tecum vivit et  regnat in unitate Spiritus Sancti, Deus, per omnia sæcula sæculorum. Amen

Herr, wir bitten Dich: laß Dir gefallen die Opfergabe des heutigen Festes, damit wir mit Deiner Gnade durch diesen hochheiligen Austausch Ihm gleichförmig werden, in dem unsere Natur mit der Deinen verbunden ist, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Praefatio: von Weihnachten, im Communicantes heißt es: noctem sacratissimam – die hochheilige Nacht.

 

Praefatio (von Weihnachten)

Vere dignum et justum est, æquum et salutare, nos tibi semper et ubique gratias agere: Domine sancte, Pater omnípotens, æterne Deus: Quia per incarnati

Verbi mysterium nova mentis nostræ oculis lux tuæ claritatis infulsit: ut, dum visibiliter Deum cognoscimus, per hunc in invisibilium amorem rapiamur. Et ideo cum Angelis et Archangelis, cum Thronis et Dominationibus cumque omni militia cælestis exercitus hymnum gloriæ tuæ canimus, sine fine dicentes:

Sanctus, Sancuts, Sanctus, Dominus Deus Sábaoth. Pleni sunt cæli et terra gloria tua. Hosanna in excelsis. Benedíctus, qui venit in nomine Domini. Hosanna in excelsis.

Es ist in Wahrheit würdig und recht, billig und heilsam, Dir immer und überall dankzusagen, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott. Denn die geheimnisvolle Menschwerdung des Wortes zeigt dem Auge unsres Geistes das neue Licht Deiner Herrlichkeit; indem wir Gott so mit leiblichem Auge schauen, entflammt Er in uns die Liebe zu unsichtbaren Gütern. Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und Herrschaften und mit der ganzen himmlischen Heerschar den Hochgesang Deiner Herrlichkeit und rufen ohne Unterlaß: 

Heilig, Heilig, Heilig, Herr, Gott der Heerscharen. Himmel und Erde sind erfüllt von Deiner Herrlichkeit. Hosanna in der Höhe! Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe!

 

Communicantes:

Communicantes, et diem sacratissimum celebrantes, quo beatæ Mariæ intemerata virginitas huic mundo edidit Salvatorem: sed et memoriam venerantes, in primis ejusdem gloriosæ semper Virginis Mariæ, Genitricis ejusdem Dei et Domini nostri Jesu Christi: sed et beati Joseph, eiusdem Virginis Sponsi, et beatorum Apostolorum ac Martyrum tuorum, Petri et Pauli, Andreæ, Jacobi, Joannis, Thomæ, Jacobi, Philippi, Bartholomaei, Matthaei, Simonis et Thaddaei: Lini, Cleti, Clementis, Xysti, Cornelii, Cypriani, Laurentii, Chrysogoni, Joannis et Pauli, Cosmæ et Damiani: et omnium Sanctorum tuorum, quorum meritis precibusque concedas, ut in omnibus protectionis tuæ muniamur auxilio. Per eundem Christum Dominum nostrum. Amen

In heiliger Gemeinschaft feiern wir den hochheiligen Tag, an dem die selige Gottesmutter Maria als unversehrte Jungfrau dieser Welt den Heiland geboren hat. Dabei ehren wir vor allem das Andenken dieser glorreichen, allzeit reinen Jungfrau Maria, der Mutter Jesu Christi, unseres Herrn und Gottes, sowie des hl. Joseph, ihres Bräutigams, wie auch Deiner hll. Apostel und Blutzeugen Petrus und Paulus, Andreas, Jakobus, Johannes, Thomas, Jakobus, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Simon und Thaddäus; Linus, Kletus, Klemens, Xystus, Kornelius, Cyprianus, Laurentius, Chrysogonus, Johannes und Paulus, Kosmas und Damianus, und aller Deiner Heiligen. Ob ihrer Verdienste und Fürbitten gewähre uns in allem hilfreich Deinen Schutz und Beistand. Durch Christus, unseren Herrn. Amen.

 

Communio (Ps. 109, 3)

In splendoribus Sanctorum, ex utero ante luciferum genui te.

Umstrahlt von Heiligkeit hab Ich aus Meinem Schoße Dich gezeugt noch vor dem Morgenstern.

 

Postcommunio

Da nobis, quæsumus, Domine, Deus noster: ut, qui Nativitatem Domini nostri Jesu Christi mysteriis nos frequentare gaudemus; dignis conversationibus ad ejus mereamur pervenire consortium: Qui tecum vivit et  regnat in unitate Spiritus Sancti, Deus, per omnia sæcula sæculorum. Amen

Herr, unser Gott, in der Freude, immer wieder die Geburt unsres Herrn Jesus Christus geheimnisvoll zu erleben, bitten wir Dich: mache, daß wir durch würdigen Wandel die Gemeinschaft mit Ihm erlangen, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.

An die Messe der Nacht schließt sich heute in den Kirchen, in denen das Chorgebet gehalten wird, die feierliche, dem Lob und Jubel gewidmete, daher mit dem Namen Laudes bezeichnete Tagzeit an, die den glorreichen Aufgang der Sonne der Gerechtigkeit begrüßt.

 

Zweite Messe

In der Morgendämmerung – Missa in aurora – Hirtenamt

Stationskirche: St. Anastasia

 

Wahrscheinlich wurde in Rom ursprünglich am 25. Dezember in der Hofkirche am Palatin, in dessen Nähe viele Griechen wohnten, ein Fest gefeiert zu Ehren der in Konstantinopel hoch verehrten, anfangs des 4. Jahrhunderts zu Sirmium in Niederpannonien gemarterten hl. Jungfrau Anastasia. Später blieb von diesem Feste nur das bloße Gedächtnis; an die Stelle des Festes wurde eine zweite Weihnachtsmesse gefeiert, die man in die Zeit der Morgendämmerung verlegte.

Die Nacht weicht zurück: es naht die Sonne, das Sinnbild Christi, der an Weihnachten als die wahre Sonne über der Menschheit aufgeht (Intr., Oratio, Grad.), die Finsternis verdrängt und uns voll unverdienter Huld mit seinem Licht und Leben erfüllt (Epistel). Durch das Evangelium im Geiste an die Krippe geführt, preisen wir mit den Hirten Gott ob all dessen, was wir da schauen. Opfernd gehen wir zum Altar, dem „Throne“ des neugeborenen Königs, und bringen dankbaren Herzens uns selbst dar (Offert.).

 

Introitus (Is. 9, 2 u. 6)

Lux fulgebit hodie super nos: quia natus est nobis Dominus: et vocabitur Admirabilis, Deus, Princeps pacis, Pater futuri saeculi: cujus regni non erit finis. (Ps. 92, 1) Dominus regnavit, decorem indutus est: indutus est Dominus fortitudinem, et præcinxit se.
V Gloria Patri, et Filio, et Spiritui sancto. Sicut erat in principio, et nunc, et semper: et in sæcula sæculorum. Amen

Licht leuchtet heut über uns; denn geboren ist uns der Herr. Sein Name ist: der Wunderbare, Gott, Friedensfürst, Vater der Zukunft. Sein Königtum nimmt nie ein Ende. (Ps. 92, 1) Der Herr ist König, mit Hoheit hat Er Sich umhüllt; dem Herrn dient Heldenkraft als Kleid und Gurt.
V Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen

Oratio

Da nobis, quæsumus, omnipotens Deus: ut, qui nova incarnati Verbi tui luce perfundimur; hoc in nostro resplendeat opere, quod per fidem fulget in mente. Per eundem Dominum nostrum Jesum Christum, Filium tuum: Qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus: per omnia sæcula sæculorum. Amen.

Allmächtiger Gott, durchflutet vom neuen Lichte Deines menschgewordenen Wortes bitten wir: laß in unsren Werken widerstrahlen, was durch den Glauben in der Seele leuchtet. 

Durch Ihn, unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Zweite Oratio: Gedächtnis der hl. Anastasia

Da, quæsumus, omnipotens Deus: ut, qui beatæ Anastasiæ Martyris tuæ solemnia colimus; ejus apud te patrocinia sentiamus.

Per Dominum nostrum Jesum Christum, Filium tuum: Qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus: per omnia sæcula sæculorum. Amen.

Allmächtiger Gott, wir feiern das Fest Deiner hl. Martyrin Anastasia und bitten: laß uns die Macht ihrer Fürsprache bei Dir erfahren.
Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Epistola (Tit. 3, 4 - 7)

Lectio Epistolæ beati Pauli Apostoli ad Titum. Carissime: Apparuit benignitas et humanitas Salvatoris nostri Dei: non ex operibus justitiæ, quæ fecimus nos, sed secundum suam misericordiam salvos nos fecit per lavacrum regenerationis et renovationis Spiritus Sancti, quem effudit in nos abunde per Jesum Christum, Salvatorem nostrum: ut, justificati gratia ipsius, heredes simus secundum spem vitæ æternæ: in Christo Jesu, Domino nostro.

Geliebter! Erschienen ist die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes, unsres Heilandes. Nicht wegen der Werke der Gerechtigkeit, die wir getan, sondern nach Seinem Erbarmen hat er uns errettet durch das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Hl. Geiste. Diesen hat Er in reichem Maße über uns ausgegossen durch Jesus Christus, unsern Heiland, damit wir, durch dessen Gnade gerechtfertigt, Erben des ewigen Lebens werden, das wir erhoffen: in Christus Jesus, unsrem Herrn.

 

Graduale (Ps. 117, 26 27 u. 23)

Benedictus, qui venit in nomine Domini: Deus Dominus, et illuxit nobis.

V A Domino factum est istud: et est mirabile in oculis nostris.

Hochgelobt, Der da kommt im Namen des Herrn. Gott ist der Herr. Er leuchtet vor uns auf.

V Vom Herrnward es vollbracht, ein wunderbarer Anblick unsern Augen.

Alleluja, alleluja. V (Ps. 92, 1) Dominus regnavit, decorem induit: induit Dominus fortitudinem, et præcinxit se virtute. Alleluja.

Alleluja, alleluja. V (Ps. 92, 1) Der Herr ist König, mit Hoheit hat Er Sich umhüllt; dem Herrn dient Heldenkraft als Kleid, und Macht als Gurt. Alleluja.

 

Evangelium (Luc. 2, 15 - 20)

Sequentia sancti Evangelii secundum Lucam. In illo tempore: Pastores loquebantur ad invicem: Transeamus usque Bethlehem, et videamus hoc verbum, quod factum est, quod Dominus ostendit nobis. Et venerunt festinantes: et invenerunt Mariam et Joseph, et Infantem positum in præsepio. Videntes autem cognoverunt de verbo, quod dictum erat illis de Puero hoc. Et omnes, qui audierunt, mirati sunt: et de his, quæ dicta erant a pastoribus ad ipsos. Maria autem conservabat omnia verba hæc, conferens in corde suo. Et reversi sunt pastores, glorificantes et laudantes Deum in omnibus, quæ audierant et viderant, sicut dictum est ad illos.

In jener Zeit sprachen die Hirten zueinander: “Laßt uns nach Bethlehem gehen und schauen, was da geschehen ist, und was der Herr uns verkünden ließ.” Sie gingen eilends hin und fanden Maria und Joseph und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie Es sahen, da verstanden sie, was ihnen von diesem Kinde gesagt worden war. Und alle, die es hörten, wunderten sich über das, was die Hirten ihnen erzählten. Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen. – Dann kehrten die Hirten zurück, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war.

 

Offertorium (Ps. 92, 1 - 2)

Deus firmavit orbem terræ, qui non commovebitur: parata sedes tua, Deus, ex tunc, a sæculo tu es.

Gott gab der Erde ihren Halt; nie wird sie wanken. O Gott, seit Anbeginn steht fest Dein Thron: Du bist von Ewigkeit.

 

Secreta

Munera nostra, quæsumus, Domine, Nativitatis hodiernæ mysteriis apta proveniant, et pacem nobis semper infundant: ut, sicut homo genitus idem refulsit et Deus, sic nobis hæc terrena substantia conferat, quod divinum est. Per eundem Dominum nostrum Jesum Christum, Filium tuum: Qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus: per omnia sæcula sæculorum. Amen.

Wir bitten Dich, o Herr: unsre Opfergaben mögen würdig sein der Geheimnisse des heutigen Geburtsfestes und den Frieden immerfort in uns ergießen, auf daß diese von der Erde genommene Gabe uns verleihe, was göttlich ist, gleichwie der als Mensch Geborene auch als Gott erstrahlt.
Durch Ihn, unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Zweite Secreta: von der hl. Anastasia

Accipe, quæsumus, Domine, munera dignanter oblata: et, beatæ Anastasiæ Martyris tuæ suffragantibus meritis, ad nostræ salutis auxilium provenire concede. Per Dominum nostrum Jesum Christum, Filium tuum: Qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus: per omnia sæcula sæculorum. Amen.

Wir bitten Dich, o Herr: nimm die Opfergaben an, die wir huldigend darbringen, und laß sie auf die Fürsprache der Verdienste Deiner hl. Martyrin Anastasia mithelfen zu unsrem Heile. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.


Praefatio (von Weihnachten)

Vere dignum et justum est, æquum et salutare, nos tibi semper et ubique gratias agere: Domine sancte, Pater omnípotens, æterne Deus: Quia per incarnati

Verbi mysterium nova mentis nostræ oculis lux tuæ claritatis infulsit: ut, dum visibiliter Deum cognoscimus, per hunc in invisibilium amorem rapiamur. Et ideo cum Angelis et Archangelis, cum Thronis et Dominationibus cumque omni militia cælestis exercitus hymnum gloriæ tuæ canimus, sine fine dicentes:

Sanctus, Sancuts, Sanctus, Dominus Deus Sábaoth. Pleni sunt cæli et terra gloria tua. Hosanna in excelsis. Benedíctus, qui venit in nomine Domini. Hosanna in excelsis.

Es ist in Wahrheit würdig und recht, billig und heilsam, Dir immer und überall dankzusagen, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott. Denn die geheimnisvolle Menschwerdung des Wortes zeigt dem Auge unsres Geistes das neue Licht Deiner Herrlichkeit; indem wir Gott so mit leiblichem Auge schauen, entflammt Er in uns die Liebe zu unsichtbaren Gütern. Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und Herrschaften und mit der ganzen himmlischen Heerschar den Hochgesang Deiner Herrlichkeit und rufen ohne Unterlaß: 

Heilig, Heilig, Heilig, Herr, Gott der Heerscharen. Himmel und Erde sind erfüllt von Deiner Herrlichkeit. Hosanna in der Höhe! Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe!

 

Communicantes

Communicantes, et diem sacratissimum celebrantes, quo beatæ Mariæ intemerata virginitas huic mundo edidit Salvatorem: sed et memoriam venerantes, in primis ejusdem gloriosæ semper Virginis Mariæ, Genitricis ejusdem Dei et Domini nostri Jesu Christi: sed et beati Joseph, eiusdem Virginis Sponsi, et beatorum Apostolorum ac Martyrum tuorum, Petri et Pauli, Andreæ, Jacobi, Joannis, Thomæ, Jacobi, Philippi, Bartholomaei, Matthaei, Simonis et Thaddaei: Lini, Cleti, Clementis, Xysti, Cornelii, Cypriani, Laurentii, Chrysogoni, Joannis et Pauli, Cosmæ et Damiani: et omnium Sanctorum tuorum, quorum meritis precibusque concedas, ut in omnibus protectionis tuæ muniamur auxilio. Per eundem Christum Dominum nostrum. Amen

In heiliger Gemeinschaft feiern wir den hochheiligen Tag, an dem die selige Gottesmutter Maria als unversehrte Jungfrau dieser Welt den Heiland geboren hat. Dabei ehren wir vor allem das Andenken dieser glorreichen, allzeit reinen Jungfrau Maria, der Mutter Jesu Christi, unseres Herrn und Gottes, sowie des hl. Joseph, ihres Bräutigams, wie auch Deiner hll. Apostel und Blutzeugen Petrus und Paulus, Andreas, Jakobus, Johannes, Thomas, Jakobus, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Simon und Thaddäus; Linus, Kletus, Klemens, Xystus, Kornelius, Cyprianus, Laurentius, Chrysogonus, Johannes und Paulus, Kosmas und Damianus, und aller Deiner Heiligen. Ob ihrer Verdienste und Fürbitten gewähre uns in allem hilfreich Deinen Schutz und Beistand. Durch Christus, unseren Herrn. Amen.

 

Communio (Zach. 9,9)

Exsulta, filia Sion, lauda, filia Jerusalem: ecce, Rex tuus venit sanctus et Salvator mundi.

Jauchze, Tochter Sion, juble, Tochter Jerusalem; denn sieh, dein König kommt, der Heilige, der Heiland der Welt.

Postcommunio

Hujus nos, Domine, sacramenti, semper novitas natalis instauret. cujus Nativitas singularis humanam repulit vetustatem. Per eundem Dominum nostrum Jesum Christum, Filium tuum: Qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus: per omnia sæcula sæculorum. Amen.

Möge uns, Herr, wieder beleben die in diesem Sakrament von neuem gefeierte Geburt Dessen, der einzigartig geboren, die greisenhafte Menschheit verjüngt hat. Durch Ihn, unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Zweite Postcommunio: von der hl. Anastasia

Satiasti, Domine, familiam tuam muneribus sacris: ejus quæsumus, semper interventione nos refove, cujus solemnia celebramus. Per Dominum nostrum Jesum Christum, Filium tuum: Qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus: per omnia sæcula sæculorum. Amen.

Herr, Du hast Deine Familie mit heiligen Gaben gesättigt; nun bitten wir Dich: erquicke uns immerdar auf die Fürbitte der Heiligen, deren Fest wir feiern. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.


Dritte Messe

Am Tage – Missa in die

Stationskirche: früher St. Peter, seit dem 12. Jahrhundert Groß St. Marien

 

Nun sind wir zur eigentlichen Haupt- und Festmesse im Gotteshause versammelt. Christus, das Kind der Krippe, ist der Herr des Weltalls, des Reiches der Natur und der Gnade, der König; auf seinen Schultern ruht die Herrschaft (Intr.). Er hat Macht über die Seelen, sie von der Knechtschaft der Sünde zu erlösen (Oratio). Er trägt das Weltall, thront zur Rechten der Majestät Gottes, ihm sind auch die Engel untertan (Epistel). Er ist das Wort Gottes, selber Gott; doch ist er unsretwillen Mensch geworden, um uns zu Kindern Gottes zu machen (Evang.). – Beim Opfergang bringen wir mit der Kirche des Himmels und der Erde uns selbst zum Throne des Gottkönigs, dem alles gehört (Offert.). In der hl. Kommunion schauen wir dankerfüllten Herzens das „Heil unsres Gottes“, das sich uns in der ewigen Kommunion des Himmels für immer offenbaren wird.

 

Introitus (Is. 9, 6)

Puer natus est nobis, et filius datus est nobis: cujus imperium super humerum ejus: et vocabitur nomen ejus magni consilii Angelus. (Ps. 97, 1) Cantate Domino canticum novum: quia mirabilia fecit.

V Gloria Patri, et Filio, et Spiritui sancto. Sicut erat in principio, et nunc, et semper: et in sæcula sæculorum. Amen

Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt; auf Seinen Schultern ruhet die Weltherrschaft. Sein Name ist: Künder des großen Ratschlusses. (Ps. 97, 1) Singet dem Herrn ein neues Lied; denn Wunderbares hat Er getan.

V Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen

 

Oratio

Concede, quæsumus, omnipotens Deus: ut nos Unigeniti tui nova per carnem Nativitas liberet; quos sub peccati jugo vetusta servitus tenet. Per eundem Dominum nostrum Jesum Christum, Filium tuum: Qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus: per omnia sæcula sæculorum. Amen.

Wir bitten Dich, allmächtiger Gott: gib, daß Dein Eingeborener durch Seine neue Geburt im Fleische uns befreie vom Joche der Sünde, worunter alte Knechtschaft uns gefangen hält.
Durch Ihn, unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Epistola (Hebr. I, 1 – 12)

Lectio Epistolæ beati Pauli Apostoli ad Hebræos. Multifariam, multisque modis olim Deus loquens patribus in Prophetis: novissime diebus istis locutus est nobis in Filio, quem constituit heredem universorum, per quem fecit et sæcula: qui cum sit splendor gloriæ, et figura substantiæ ejus, portansque omnia verbo virtutis suæ, purgationem peccatorum faciens, sedet ad dexteram majestatis in excelsis: tanto melior Angelis effectus, quanto differentius præ illis nomen hereditavit. Cui enim dixit aliquando Angelorum: Filius meus es tu, ego hodie genui te? Er rursum: Ego ero illi in patrem, et ipse erit mihi in filium? Et cum iterum introducit Primogenitum in orbem terræ, dicit: Et adorent  eum omnes Angeli Dei. Et ad Angelos quidem dicit: Qui facit Angelos suos spiritus, et ministros suos flammam ignis. Ad Filium autem: Thronus tuus, Deus, in sæculum sæculi: virga æquitatis, virga regni tui. Dilexisti justitiam et odisti iniquitatem: propterea unxit te Deus, Deus tuus, oleo exsultationis præ participibus tuis: Et: Tu in principio, Domine, terram fundasti: et opera manuum tuarum sunt cæli. Ipsi peribunt, tu autem permanebis; et omnes ut vestimentum veterascent: et velut amictum mutabis eos, et mutabuntur: tu autem idem ipse es, et anni tui non deficient.

Vielfach und auf mancherlei Weise hat Gott früher durch die Propheten zu den Vätern geredet. Zuletzt hat Er in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den Er zum Erben des Weltalls eingesetzt, durch den Er auch die Welt erschaffen hat. Er ist der Abglanz Seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt das Weltall durch das Wort seiner Allmacht. Er sitzt nun zur Rechten der Majestät in der Höhe, nachdem Er uns von unsern Sünden gereinigt hat. Er ist in dem Maße über die Engel erhoben, als der Name, den Er ererbt hat, den der Engel übertrifft. Denn zu welchem Engel hat Gott je gesagt [Ps. 2, 7]: „Mein Sohn bist Du, heute habe Ich Dich gezeugt?“ Und wiederum [2 Kön. 7, 14]: „Ich bin Ihm Vater, und Er ist Mir Sohn?“ Und wiederum spricht Er, da Er Seinen Erstgeborenen in die Welt einführt [Ps. 96, 7]: „Anbeten sollen Ihn alle Engel Gottes“. Von den Engeln sagt Er nur [Ps. 103, 4]: „Er macht Seine Engel zu Winden und Seine Diener zu Feuerflammen.“ Zum Sohne aber sagt Er [Ps. 44, 7 f.]: „Dein Thron, o Gott, steht immer und ewig. Ein Zepter des Rechts ist das Zepter Deines Reiches. Du liebst Gerechtigkeit und hassest das Unrecht. Darum hat Dich Gott, Dein Gott, gesalbt mit Freudenöl vor allen Deinen Genossen.“ Ferner [Ps. 101, 26 ff.]: „Du hast, o Herr, im Anfang die Erde geschaffen, und das Werk Deiner Hände sind die Himmel. Sie werden vergehen, Du aber bleibst. Sie alle werden wie ein Kleid veralten, wie ein Gewand wirst Du sie ändern, und sie werden sich ändern, Du aber bist immer derselbe, und Deine Jahre enden nie.“

 

Graduale, (Ps. 97, 3 u 2)

Viderunt omnes fines terræ salutare Dei nostri: jubilate Deo, omnis terra.
V Notum fecit Dominus salutare suum: ante conspectum gentium revelavit justitiam suam.
Alleluja, alleluja. V Dies sanctificatus illuxit nobis: venite, gentes, et adorate Dominum: quia hodie descendit lux magna super terram. Alleluja.

Alle Länder der Erde schauen das Heil unsres Gottes. Drum jauchzet Gott, ihr alle Lande. V Der Herrhat kundgetan Sein Heil, Er offenbarte Seine Gnade vor den Augen der Völker.

Alleluja, alleluja. V Ein hochheiliger Tag ging leuchtend uns auf. Kommet, ihr Völker; betet an den Herrn: denn ein großes Licht ließ heut sich herab auf die Erde. Alleluja.

 

Evangelium (Jo. I, 1 – 14)

Initium S. Evangelii secundum Joannem. In principio erat Verbum, et Verbum erat apud Deum, et Deus erat Verbum. Hoc erat in principio apud Deum. Omnia per ipsum facta sunt: et sine ipso factum est nihil, quod factum est: in ipso vita erat, et vita erat lux hominum: et lux in tenebris lucet, et tenebræ eam non comprehenderunt. Fuit homo missus a Deo, cui nomen erat Joannes. Hic venit in testimonium, ut testimonium perhiberet de lumine, ut omnes crederent per illum. Non erat ille lux, sed ut testimonium perhiberet de lumine. Erat lux vera, quæ illuminat omnem hominem venientem in hunc mundum. In mundo erat, et mundus per ipsum factus est, et mundus eum non cognovit. In propria venit, et sui eum non receperunt. Quotquot autem receperunt eum, dedit eis potestatem filios Dei fieri, his, qui credunt in nomine ejus: qui non ex sanguinibus, neque ex voluntate carnis, neque ex voluntate viri, sed ex Deo nati sunt (hic genuflectitur). Et Verbum caro factum est, et habitavit in nobis: et vidimus gloriam ejus, gloriam quasi Unigeniti a Patre, plenum gratiæ et veritatis.

Im Anfang war das Wort [der Sohn Gottes], und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Schon im Anfang war Es bei Gott. Durch das Wort ist alles geworden; und nichts, was geworden, ward ohne das Wort. In Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis [der Sünde]; aber die Finsternis hat es nicht begriffen. Da ward ein Mann von Gott gesandt; sein Name war Johannes. Dieser kam als Zeuge; er sollte Zeugnis geben von dem Lichte, auf daß alle durch ihn zum Glauben gelangten. Er selbst war nicht das Licht, er sollte nur Zeugnis von dem Lichte geben. Das war das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt. Er [Christus] war in der Welt, und die Welt ist durch Ihn geworden. Allein die Welt hat Ihn nicht erkannt. Er kam in sein Eigentum; doch die Seinigen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die Ihn aufnahmen, gab Er Macht, Kinder Gottes zu werden, all denen, die an Seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blute, nicht aus dem Verlangen des Fleisches, nicht aus dem Wollen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. (Hier knien alle nieder.) Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. Und wir haben Seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des Eingeborenen vom Vater, voll der Gnade und Wahrheit.

 

Offertorium (Ps. 88, 12 u 15)

Tui sunt cæli et tua est terra; orbem terrarum et plenitudinem ejus tu fundasti: justitia et judicium præparatio sedis tuæ.

Dein sind die Himmel, Dein ist die Erde; Du schufest den Erdkreis und was er umschließt. Auf Recht und Gerechtigkeit ruhet Dein Thron.

 

Secreta

Oblata, Domine, munera nova Unigeniti tui Nativitate sanctifica: nosque a peccatorum nostrorum maculis emunda. Per eundem Dominum nostrum Jesum Christum, Filium tuum: Qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus: per omnia sæcula sæculorum. Amen.

Heilige, Herr, die dargebrachten Gaben durch die neue Geburt Deines Eingeborenen, und reinige uns von den Makeln unserer Sünden. Durch Ihn, unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Praefatio (von Weihnachten)

Vere dignum et justum est, æquum et salutare, nos tibi semper et ubíque gratias agere: Domine sancte, Pater omnipotens, æterne Deus: Quia per incarnati

Verbi mysterium nova mentis nostræ oculis lux tuæ claritatis infulsit: ut, dum visibiliter Deum cognoscimus, per hunc in invisibilium amorem rapiamur. Et ideo cum Angelis et Archangelis, cum Thronis et Dominationibus cumque omni militia cælestis exercitus hymnum gloriæ tuæ canimus, sine fine dicentes:

Sanctus, Sancuts, Sanctus, Dominus Deus Sabaoth. Pleni sunt cæli et terra gloria tua. Hosanna in excelsis. Benedíctus, qui venit in nomine Domini. Hosanna in excelsis. 

Es ist in Wahrheit würdig und recht, billig und heilsam, Dir immer und überall dankzusagen, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott. Denn die geheimnisvolle Menschwerdung des Wortes zeigt dem Auge unsres Geistes das neue Licht Deiner Herrlichkeit; indem wir Gott so mit leiblichem Auge schauen, entflammt Er in uns die Liebe zu unsichtbaren Gütern. Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und Herrschaften und mit der ganzen himmlischen Heerschar den Hochgesang Deiner Herrlichkeit und rufen ohne Unterlaß:

Heilig, Heilig, Heilig, Herr, Gott der Heerscharen. Himmel und Erde sind erfüllt von Deiner Herrlichkeit. Hosanna in der Höhe!

Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe!

 

Communicantes

Communicantes, et diem sacratissimum celebrantes, quo (vel: noctem sacratissimam celebrantes qua) beatæ Mariæ intemerata virginitas huic mundo edidit Salvatorem: sed et memoriam venerantes, in primis ejusdem gloriosæ semper Virginis Mariæ, Genitricis ejusdem Dei et Dimini nostri Jesu Christi: sed et beati Joseph, eiusdem Virginis Sponsi, et beatorum Apostolorum ac Martyrum tuorum, Petri et Pauli, Andreæ, Jacobi, Joannis, Thomæ, Jacobi, Philippi, Bartholomaei, Matthaei, Simonis et Thaddaei: Lini, Cleti, Clementis, Xysti, Cornelii, Cypriani, Laurentii, Chrysogoni, Joannis et Pauli, Cosmæ et Damiani: et omnium Sanctorum tuorum, quorum meritis precibusque concedas, ut in omnibus protectionis tuæ muniamur auxilio. Per eundem Christum Dominum nostrum. Amen

In heiliger Gemeinschaft feiern wir den hochheiligen Tag, (in der ersten Weihnachtsmesse: die hochheilige Nacht, in der) an dem die selige Gottesmutter Maria als unversehrte Jungfrau dieser Welt den Heiland geboren hat. Dabei ehren wir vor allem das Andenken dieser glorreichen, allzeit reinen Jungfrau Maria, der Mutter Jesu Christi, unseres Herrn und Gottes, sowie des hl. Joseph, ihres Bräutigams, wie auch Deiner hll. Apostel und Blutzeugen Petrus und Paulus, Andreas, Jakobus, Johannes, Thomas, Jakobus, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Simon und Thaddäus; Linus, Kletus, Klemens, Xystus, Kornelius, Cyprianus, Laurentius, Chrysogonus, Johannes und Paulus, Kosmas und Damianus, und aller Deiner Heiligen. Ob ihrer Verdienste und Fürbitten gewähre uns in allem hilfreich Deinen Schutz und Beistand. Durch Christus unseren Herrn. Amen.

 

Communio (Ps. 97, 3)

Viderunt omnes fines terræ salutare Dei nostri.

Alle Länder der Erde schauen das Heil unsres Gottes.

 

Postcommunio

Præsta, quæsumus, omnipotens Deus: ut natus hodie Salvator mundi, sicut divinæ nobis generationis est auctor; ita et immortalitatis sit ipse largitor: Qui tecum vivit et  regnat in unitate Spiritus Sancti, Deus, per omnia sæcula sæculorum. Amen

Wir bitten Dich, allmächtiger Gott: gib, daß der heute geborene Heiland der Welt, wie Er für uns der Urheber der Gotteskindschaft ist, ebenso auch der Spender der Unsterblichkeit sei, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Das Schlußevangelium entfällt.